Straubing: Klasse!
Das nach vielen Jahren wiederauferlegte Straubinger Turnier am 23./24. September 2006 wollte kaum einer auslassen - nur zwei der Damen- und drei der Herren-Top10 fehlten. Die Sonne lachte, Halsgrat, Wammerl und Würstl vom Grill, sowie günstige Getränke luden förmlich dazu ein die Sommerpause vor der Halle noch ein bisschen zu verlängern. Doch zu diesem gelungenen Saisonauftakt zeigten sich fast alle Gesetzten in bestechender Form.
Der Tag der Favoriten
Ohne große Überraschungen stand nach weniger als fünf Stunden das Hauptfeld, trotz über 100 Teilnehmern, bei den Herren fest. Das machte die Sache nicht einfacher. Und so hatte bdv Jugendwart Rudi Haller gegen Robert Weinzierl mit 1:3 das Nachsehen, am Board links daneben musste die Nummer 10 Martin Degel das gleiche Ergebnis gegen Klaus Haslbeck hinnehmen, und noch ein Board weiter links konnte der Bayerische Doppel- und Vize-Einzel-Meister Swen Seifert gegen Mehmet Kullukcu kein Leg gewinnen. Das daraus resultierende Match zwischen dem Bundesligisten Klaus und Landesligisten Mehmet war spannend bis zum letzten Double, und ging, wie sollte es an diesem Tag anders sein, an den Routinierteren mit 3:2. Auch in der Spitzenpartie des Achtelfinales zwischen der bayerischen Nummer 1 Werner Greiter und Nummer 4 Mike Mieslinger hatte der vermeintlich Bessere die besseren Karten und siegte mit 3:1. Ab dem Viertelfinale wurde dann best of 3 Sets of 3 Legs gespielt und Werner gewann seines mit 1:2/2:0/2:0 gegen Albert Stoiber. Wolfgang Piegsa machte es klarer und siegte ohne Legverlust gegen Thomas Eisgruber. In den anderen Viertelfinalen dominierten die Vilsbiburger Richie Moser, der Robert Weinzierl in sieben Legs schlug und Klaus Haslbeck, der ein Leg mehr brauchte um Andy Heigl zu bezwingen.
Und so standen unter den letzten vier, drei der letztjährigen Vilsbiburger Bundesligamannschaft im Halbfinale. Werner Greiter gewann sein erstes Set mit 2:0. Doch dann machte Wopi Piegsa es noch mal spannend und gewann seinerseits beide Legs im zweiten Set. Im entscheidenden Satz musste dann das letzte Leg nach einem 1:1 die Entscheidung bringen - und, der vermeintlich Bessere gewann. Den Sieg im reinen Vilsbiburger Halbfinalspiel erkämpfte sich Klaus Haslbeck mit 2:1 und 2:1 gegen Richard Moser. Und jetzt wollte die Noch-Nummer 22 zeigen das man in Straubing auch als Nicht-Favorit gegen einen Werner Greiter gewinnen kann. Und er machte das heute scheinbar Unmögliche möglich, gewann das erste Set des best-of-3/5-Finale mit 2:0, das zweite mit 2:1 und das dritte erneut überraschend klar mit 2:0. Damit hatte dieser strahlende Tag ein über beide Backen strahlenden Sieger: Klaus Haslbeck!
Der Tag des Michael Ritter
Bei den Schülern konnte Thomas Gebhard sich die Sieges-Trophäe sichern. Er gewann im Halbfinale gegen Nico Günther mit 3:2 und siegte im Endspiel 3:1 gegen Yasin Tokkan, der zuvor klar mit 3:0 gegen Leon Crump gewonnen hatte. Bei den Jugendlichen hatte Michael Ritter heute einen starken Tag und spielte u.a. ein 17er, ein 18er und ein 19er Shortleg und gewann im Achtelfinale gegen die noch Schüler-Nummer 1 Steffi Haller. Danach siegte er gegen Markus Becher klar mit 3:0, wie auch im Halbfinale gegen die Nummer 2 Marian Lindenberger. Im Finale hatte er es mit dessem Bruder Nicolai zu tun, der zuvor zwei Mal 3:1 gegen Manfred Hirth und Andreas Dittler gewonnen hatte. Und auch das Finale ging 3:1 aus, doch der Sieger war heute der überragende Michael Ritter!
Ist Sonja Haller noch zu schlagen?
Bei den Damen sorgte Sonja Attenberger bereits in der Vorrunde für Überraschungen. In der stark besetzten Gruppe 4 schlug sie Anne Parker und gewann, nachdem sie im Gewinner-Finale Petra Koch unterlag, zum zweiten Mal gegen Kitty Kreuzer. In Gruppe drei konnte sich im Verlierer-Finale Manuela Mochny-Habenberger gegen die Nummer 9 Alexandra Galinski noch einen Platz im Hauptfeld sichern. In Gruppe 2 warf Sabine Zaus-Vogel die Gesetzte Iris Baumgartner aus dem Rennen. Allein in Gruppe 1 zogen die Favoriten Monika Dirmeier und Sonja Haller erwartungsgemäß ins Viertelfinale ein.
Damit hatte dann aber auch hier das „Favoriten-Sterben“ ein Ende, von den fünf verbliebenen Top10-Spielerinnen kamen vier in die Runde der letzten Vier: Manuela Traglehn gewann klar mit 3:0 gegen Sabine Zaus-Vogl, Andrea Leipold siegte mit 3:1 gegen Mochny-Habenberger, Sonja Haller machte es mit 3:2 gegen Sonja Attenberger spannender und in der Partie zwischen der Nummer 8 und der Nummer 10 Monika Dirmeier, setzte sich besser platzierte Petra Koch durch. Diese musste sich jedoch nach einem 1:2 und 0:2 gegen die Nummer 3 Manuela Traglehn mit dem dritten Platz begnügen.
Auch im anderen Finale war die Ranglisten-Erste Sonja Haller erfolgreich. Unerwartet klar gewann sie mit 2:0 und 2:0 gegen Andrea Leipold. Und im Gegensatz zu den Herren, siegte im Damen-Finale die Nummer 1. Zwar konnte sie im ersten Set gegen Manuela Traglehn noch kein Leg gewinnen, verlor aber dann in den zwei Sets darauf auch keines mehr. Damit hat Sonja Haller nun fünf bdv-Turniere in Serie gewonnen!
Ist Sonja wirklich nicht zu schlagen?
Am Sonntag standen die Bayerischen Two-Person-Meisterschaften auf dem Programm.
Sonja Haller spielte mit Anne Parker um den Titel, wobei weder Schuler/Liemann im Viertelfinale (0:3) noch Daniela und Petra Koch im Halbfinale (1:3) ihnen Steine in den Weg legen konnten. Nun lag es an Indra Brinker und Manuela Mochny-Habenberger, die im Viertelfinale die Gesetzten Alex Schmitt und Michaela Weiher mit 3:1 bezwungen und das Halbfinale klar mit 3:0 gegen Attenberger/Fischer gewonnen hatten. Und Indra fand im Favoritenbezwinger vom Vortag, Klaus „Zankl“ Haslbeck, einen leidenschaftlichen Supporter. Doch wahrscheinlich war es genauer dieser Umstand, warum Sonja auch dieses umkämpfte Finale für sich entscheiden wollte und auch entschied. Mit 3:1 und 3:1 sicherte sie sich mit Anne Parker den Titel!
Vom Favoritenbezwinger zum Favorit
Also musste Zankl sich schon selbst den Titel holen und einen besseren, als Mike Mieslinger als Partner, hätte er heute kaum finden können. Damit war er natürlich jetzt Favorit und die beiden wurden dieser Rolle mit jeweils 3:0 gegen Soukop/Schneiker und Hahn/Wolf auf dem Weg ins Halbfinale auch gerecht. In der unteren Hälfte des Turnier-Tableaus kämpften sich zwei andere Vilsbiburger, Herbert Biendl und Dieter Niedermeier mit 3:2 gegen Stoiber/Sievers und 3:0 gegen Pöschl/Siegmeier unter die letzten Vier. Dort trafen sie auf die Münchner Swen Seifert und Florian Roth, die zuvor Moser/Eppendorfer mit 3:0 verabschiedet hatten. Doch Flo musste dem „langen“ Wochenende Tribut zollen, so dass die Niederbayern Ihnen mit 3:1 den Schneid abkauften. Auch im anderen Halbfinale hatten Mike und Klaus es mit zwei Münchnern zu tun. „Averell“ Degel und Mehmet Kullukcu hatte ein Wahnsinns-Spiel gegen Thomas Kugler und Thomas Eisgruber trotz 0:2 Rückstand und dann jeweils Check zu weiter über 100 noch zu einem 3:2 umgedreht. Und dann, so gestärkt, Rausch/Schneider mit 3:0 besiegt. Doch wie schon am Vortag, ließen Ave und Mehmet gegen Zankl ihre Chancen ungenutzt und verloren denkbar knapp mit 2:3. Also standen wieder einmal in Straubing die Favoriten im Finale - und die vermeintlichen Bezwinger Herbert und Dieter wollten sie bezwingen. Fast wäre es ihnen auch gelungen, denn mit 3:2 und 3:2 ging der Bayerische Meistertitel nur sehr knapp an Mike Mieslinger und Klaus Haslbeck!
Und es gab doch noch andere Gewinner
Die dritte Entscheidung fehlt noch: Das Tripple-Mix-Turnier. Hier hatte sich Sonja Haller ihren Mann und Wopi Piegsa zur Seite geholt. Doch dieses Mal marschierte sie nicht bis ins Finale, sondern musste den Stab an Daniela Koch, Thomas Kugler und Thomas Eisgruber nach einem 0:3 im Viertelfinale weiterreichen. Diese nahmen diesen gerne auf und gewannen gegen Rebekka Krompholz, sowie Swen Seifert und Florian Roth, die damit zum zweiten Mal an diesem Tag, beim Einzug ins Finale scheiterten. Um den Sieg wollten auch Andrea Leipold, Ralf Knetsch und Ibo Kutlu mitspielen. Sie hatten mit einem knappen 3:2 im Viertelfinale verhindert das Klaus Haslbeck, Mike Mieslinger und Indra Brinker erneut ins Finale einziehen würden. Auch Weiher, Rausch und Schneider mussten sich ihnen im Halbfinale mit 0:3 geschlagen geben. Doch im Endspiel war es dann Daniela Koch und die beiden Thomas, Eisgruber und Kugler, die sich mit 3:1 die Siegeslorbeeren holten.
Fazit: Klasse Straubing!
An diesem Wochenende siegte fast ausschließlich die Klasse! Und Klasse war sowohl die routinierte Turnierleitung als auch all die Helfer: Völlig reibungslos konnte man ein tolles Turnier erleben und war bestens versorgt - da lachte nicht nur die Sonne. Danke Straubing, macht bitte keine so langen Turnier-Pausen mehr!
Christian Corsepius, bdv-Pressewart
